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Studien Diätologie

Screening und Therapie von Mangelernährungszuständen am CCCI

Eingebettet in ein interprofessionelles Netzwerk onkologischer SpezialistInnen erfolgt seit Dezember 2018 die systematische Identifikation und ernährungstherapeutische Betreuung von PatientInnen mit einem Risiko für Mangelernährung, oder manifesten Mangelernährungszuständen. „Durch die Pflege werden Faktoren wie unbeabsichtigter Gewichtsverlust, Abnahme des Body Mass Index, verringerte Nahrungsaufnahme und Krankheitsgeschehen im Rahmen des Nutritional Risk Screenings erhoben“, schildert Alexander-Simon Strobl, BScN MScN (Pflegeleiter am CCCI) das Engagement des Pflegepersonals in diesem Zusammenhang. Durch ein computerbasiertes Scoring erfolgt die Bewertung des Ernährungszustandes und Betroffene sowie Risiko-Patientinnen werden herausgefiltert. Erste Auswertungen zeigen, dass bei rund 38% der PatientInnen am CCCI ein Ernährungsrisiko mit Notwendigkeit der Erstellung eines Ernährungskonzeptes vorliegt. Diese beachtenswerte Anzahl an Betroffenen bestärkt den Initiator diese Projektes, Alexander Höller, BSc MSc (Leitender Diätologe am LKI) in seiner Arbeit. „Das Screening ermöglicht uns, betroffene PatientInnen strukturiert zu erfassen und auf Grundlage von einem im Anschluss durchgeführten Ernährungs-Assessment individuelle ernährungstherapeutische Maßnahmen zu setzen.“

Mangelernährung ist ein Thema, welches nicht nur onkologische PatientInnen betrifft, sondern PatientInnen aller medizinischen Fachdisziplinen. In diesem Zusammenhang verweist Höller auf die Ergebnisse der erst kürzlich hochkarätig publizierten EFFORT-Studie (Schütz P et al., Lancet 2019; e-pub 25. April), in welcher nachgewiesen werden konnte, dass eine strukturierte Ernährungstherapie bei mangelernährten PatientInnen zu einer Verminderung der Komplikationsrate, zu einer Steigerung der Funktionalität und Lebensqualität und zu einer Verbesserung des Überlebens führt.


                              Alexander Höller, Walpurga Weyrer, Alexander-Simon Strobl